London ist eine grossartige Stadt. Vielleicht etwas zu distanziert und unterkühlt um sich in sie zu verlieben, aber der perfekte Ort für ein ausgiebiges Shopping Wochenende (und glücklicherweise verzeiht das inflationäre Britische Pfund zur Zeit auch den ein oder anderen Exzess). Die Möglichkeiten sich einem Kaufrausch hinzugeben sind so zahlreich wie unterschiedlich. Aber beginnen wir doch gleich dort, wo man eigentlich nicht beginnen sollte. Nämlich bei Abercrombie & Fitch. Das US Label ist natürlich so britisch wie Burger und Fritten, doch die Villa in der Savile Row 42 ist der ideale Ort um sich so richtig in Shopping Stimmung zu bringen. Eingehüllt in einer Duftwolke des Parfüms ‘Fierce’ und aufgeputscht vom geradezu penetrant positiven Sound, gleitet man durch die Gänge der opulenten Villa und wird von den schönsten Britinnen und Briten, in bester amerikanischer Manier, überschwänglich freundlich angelächelt und begrüsst. Aber da wir nicht in New York sind, sondern in London, sollte man dort nach spätestens 20 Minuten wieder raus, um nicht in eine Art Teletubbie Trance zu verfallen und nur noch zu hüpfen, zu lächeln und zu winken. Also nichts wie raus und dann entweder nach links um sich bei Napket in der Vigo Street einen Tee und ein TyNant zu holen oder sich im EAT ein Schinken und Käse Baguette toasten zu lassen. Hat man erst mal Durst und Hunger gestillt, stellt sich die Fragen, ob man wieder an der Abercrombie Villa vorbei Richtung Bond Street in den High Fashion Boutiquen seine Kreditkarte zum glühen zu bringen oder doch lieber in in der Regent Street erst mal alle grosse Ketten abklappern möchte. Wer es britisch mag, kann sich zum Beispiel bei Hackett stilecht in Schale werfen. Meine Empfehlung heisst aber COS. Die perfekte Boutique für all diejenigen, die mit einem Bein noch im H&M stehen und doch schon mit den avantgardistischen Entwürfen von Raf Simons für Jil Sander liebäugeln. Die Preise fangen hier an, wo sie bei H&M aufhören. Fair enough. Wer sich die Regent Street hochgekämpft hat, kann nun im grössten Apple Store Europas noch rasch seine E-Mails checken. Von hier sind es nur noch ein paar Minuten bis zum Topshop, wo man sich die Entwürfe von Kate Moss kurz ansehen kann, kaufen sollte man sie wohl eher nicht. Wer von den grossen Läden nun die Nase voll hat, verlässt die Oxford Street schliesslich Richtung Soho und schlendert dort an unzähligen kleinen Boutiquen und einigen Galerien vorbei. Spätestens jetzt wird es Zeit mal einen Happen zu essen. Perfectlounge empfiehlt das japanische Wagamama in der Lexington Street 10a oder die Soho Pizzeria in der Beak Street 16. Der Schuppen ist stets gestossen voll, und die Live Musik ist sogar noch etwas besser als die Pizza. Einen kurzen Besuch sollte man selbstverständlich auch dem Monocle Store in der George Street 2A abstatten. Noch nie wollte ich so viele Dinge in einem Laden kaufen, der nur 4m2 klein ist. Ein Pflichtbesuch für alle Perfectlounge Leserinnen und Leser! Wer sich dann noch einen echten Afternoon Tea gönnen möchte, reserviert (frühzeitig) einen Tisch im Claridge’s an der Brook Street. Das Restaurant hat 2009 erneut den Tea Guild’s Award of Excellence gewonnen. Am Abend empfehlt sich das Cocoon in der Regent Street 65. Das asiatische Restaurant ist die erste Londoner Kreation von Stephane Dupoux, der bereits das Cielo in New York und das Pearl in Miami kreiert hat. Hier versinkt man in futuristischen Halbschalensitzen und geniesst Sushi-Röllchen oder Cocktailkreationen von Steve Manktelow. Übernachtet haben wir diesmal im Swissôtel The Howard. Nicht weil wir den Fondue Plausch geniessen wollten, sondern weil das Hotel ganz passable Zimmer hat und ausgesprochen gut liegt. Es empfiehlt sich ein Zimmer mit Blick auf die Themse zu buchen. Zum einen ist die Aussicht schöner und zum anderen entgeht man dem Lärm der angrenzenden Disco. Dass man am nächsten Tag noch kurz im Design Museum reinschaut und etwas länger im Tate Modern verweilt, versteht sich natürlich von selbst. Danach heisst es aber wieder: Shop till you drop!

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